Die Idee

Nach dem Mord an sechs Millionen Juden in Europa übersiedelten Überlebende dieses Völkermordes ins damalige Palästina. 1948 entstand ein neuer Staat: Israel. Dort fanden die Überlebenden ein neues Zuhause.
Der junge Staat Israel wurde an jeder seiner Grenzen von Feinden bedroht.
In den 60ern – der Holocaust kaum zehn Jahre vorbei – entschied sich in Europa eine Gruppe Christen, sich für den Staat Israel aktiv einzusetzen. Sie wollten selbst in Israel leben: Sie wollten solidarisch mit den Menschen sein, die nur wenige Jahre zuvor verfolgt wurden. Sie wollten dieses Land in seiner Entwicklung unterstützen.
Bewohner mit schweizer Bus
1964: Die ersten Bewohner von Nes Ammim
vor dem sogenannten Schweizer Bus.
Bau der Glashäuser
Nes Ammimer bauen Treibhäuser
im Dorf und bringen das Know-how ins ganze Land.
Gruppenfoto der Freiwilligen
Heute: Die Volontäre von Nes Ammim.
Heute leben Juden und Araber in Israel miteinander und nebeneinander. Gäste kommen nach Nes Ammim und finden für eine begrenzte Zeit in Israel eine Heimat: Sie erfahren unmittelbar, wie Juden und Araber leben, was sie glauben und wie sie miteinander umgehen.

Volontäre, die in Nes Ammim gelebt haben, können in ihren Heimatländern von ihren vielen Erfahrungen berichten, Interesse an dieser Region wecken und Vorurteilen entgegenwirken.
Avner in Tel Aviv
Avner Shai zeigt Volontären „sein“ Tel Aviv.
Yousef zu Hause
Volontäre sind eingeladen ins Zuhause von Yousef Moubarki.
1963 genehmigte das israelische Parlament – die Knesset – die Umsetzung der Idee Nes Ammim.
Grundlage war und ist das Memorandum. Darin ist das theologische Anliegen europäischer Christen festgehalten: Solidarität mit Israel, Dialog statt Mission. Besonders letzteres beruhigte viele jüdischer Bürger, Rabbiner und Knesset-Abgeordnete.
Nes Ammim möchte die sogenannte Judenmission aus der christlichen Theologie entfernen. In den Kirchen Deutschlands und Hollands ist dies gelungen, besonders durch den Einsatz von Theologen (Kremers, Busse), die in und für Nes Ammim wirkten.
Abstimmung in der Knesset
Abstimmung im alten Gebäude der Knesset in Jerusalem...
Levi Eshkol
Levi Eschkol, Israels dritter Ministerpräsident, einer der wichtigsten israelischen Freunde von Nes Ammim, leistete einen entscheidenden Beitrag zur Annahme des Memorandums durch die Knesset.
... ĂĽber das Memorandum.
Memoradum
"Nes Ammim" heißt "Zeichen für die Völker" und stammt aus der hebräischen Bibel, dem christlichen Alten Testament, aus Jesaja 11, 10. Hier verheißt Gott allen Völkern der Erde einen ewigen Frieden im Paradies. Am Tag, an dem dieser Frieden anbricht, wird Gott den Völkern ein Zeichen geben – נס עמים, "Nes Ammim".

Die Pioniere, die Nes Ammim 1963 gründeten, gaben ihrem Dorf diesen Namen, weil sie nach Israel kamen, um für Frieden und Versöhnung zwischen Juden und Christen zu arbeiten.

Die stilisierte Ähre steht für die jüdischen Kibbuzim in Israel, die fast ausschließlich vom Ackerbau lebten zu der Zeit, als die Pioniere Nes Ammim aufbauten.

Während die Ähre auf dem Boden steht, kreuzt der Fisch diese nur. Der IChThYS-Fisch ist das Ursymbol der Christen. Ähre und Fisch überlappen sich: Israelis und Volontäre treffen sich in Nes Ammim.

Das Signum des Dorfes ist ein Symbol fĂĽr einen Kibbuz in Israel mit christlichem Hintergrund.
Nes Ammim Logo
Die Ziele von heute

Die Ziele von Nes Ammim haben sich über die Jahre entwickelt, so wie sich
auch Israel entwickelt hat:

• Praktische Solidarität mit Juden und Arabern zeigen.
• Volontäre über Israel, Judentum und Islam ausgewogen und
   umfangreich informieren.
• Den Dialog und Friedensprozess zwischen Juden und Arabern unterstützen.
• Die christliche Theologie von Antisemitismus und von ihrem Drang zur
   Judenmission befreien.
Lesen Sie hier mehr über die Dialog-Arbeit von Nes Ammim und über das Studienprogramm für Volontäre.