Protokolle

Wie laufen Dialog-Seminare in Nes Ammim?


Gruppe junger Erwachsener, hauptsächlich aus Jerusalem

Organisiert von Avigail Mosche, Direktorin der Programme für junge Erwachsene des Interreligious Coordinating Councils in Israel (ICCI). Nes Ammim ist selbst Mitglied des ICCI.
Teilnehmer: sechs Juden, sechs Araber und ein Koordinator.
Thema: Gebete im Judentum, Christentum und Islam. Sie besuchten gegenseitig ihre Gottesdienste.
Eine sehr aufgeschlossene Gruppe. Prinzipiell sprechen Teilnehmer von Dialog-Gruppen in Nes Ammim in ihrer eigenen Sprache: Hebräisch oder Arabisch – mit Hilfe von Übersetzern. Diese Gruppe sprach aber fließend Englisch und fragte auch nach einem Treffen mit Nes Ammimern, das ich am Schabbatmorgen organisierte. Beide Seiten haben das sehr geschätzt.
Die Gruppe kannte sich bereits. Die Teilnehmer hatten eine Gruppe japanischer Buddhisten in Israel empfangen. Jetzt bereiteten sie einen Gegenbesuch in Japan diesen Sommer vor.

Zwei Seminare von jeweils zwei Tagen mit Schülern von weiterführenden Schulen im westlichen Galiläa

Mit der Hilfe von Youssef Mubarki (LINK) wurden diese erfolgreichen Seminare organisiert. Die Schüler kamen von der jüdischen High School in Kabri und von der arabischen High School in Scheik Danun. Bereits zuvor hatten Nes-Ammim-Volontäre als Teil des Studienprogramms (LINK) diese Schulen besucht und die Schüler getroffen.
Es war ein großer Aufwand, aber einer der es sehr wert war, diese 16-, 17-, 18-Jährigen aus unserer nächsten Nachbarschaft als Gäste in unserem Dorf zu haben. Wir hatten geplant, sie in der Jugendherberge unterzubringen, aber aus praktischen Gründen haben sie in den Appartments des Gästehauses (LINK) übernachtet.
Teilnehmer: Zwei mal 30 Schüler, 5 Lehrer. Juden und Araber gleichmäßig verteilt. An diesen Tagen zu kommen und am Programm teilzunehmen, war ihre eigene freie Wahl (und die ihrer Eltern) und nicht verpflichtend.
Ich habe zwei Treffen mit den Volontären von Nes Ammim organisiert.
Dieses Seminar fand währed der Invasion der israelischen Armee in Gaza statt.

David Yellin School aus Jerusalem

Eine Gruppe von 15 jüdischen und arabischen Studenten.
Ein sehr erfolgreiches Seminar mit viel Kontakt zwischen den Volontären in Nes Ammim und den Seminarteilnehmern. Die Gruppe aß zusammen mit den Volontären im Dorf. Am Ende des Seminars organisierte ich auf deren Anfrage ein Treffen mit dem arabischen Priester Andrao in Acco (LINK). Dort hat er sie in der griechisch-orthodoxen Kirche empfangen. Er erklärte ihnen, was es mit den Ikonen in seiner Kirche auf sich hat. Die jüdischen und muslimischen Teilnehmer hatten noch nie eine Kirche von innen gesehen. Sie fragten ohne Zögern zahlreiche Fragen. In der Auswertungsrunde erklärten sie übereinstimmend, dass dieser Besuch der Höhepunkt des Seminars war.

YMCA-Studentengruppe aus Jerusalem

Eine der Leiterinnen, Sylvie Berkowits, schrieb diesen kurzen Bericht: Vom 27. bis zum 29. Juni 2008, kam eine Gruppe von 15 israelischen und palästinensischen Jugendlichen für zwei Studientage nach Nes Ammim. Das Programm war sehr fordernd und die Gruppe hatte den ganzen Tag Dialogsitzungen. Wir übernachteten in der Jugendherberge in Nes Ammim. Wir waren zufrieden. Ich möchte Ihnen nochmals danken, dafür dass Sie die Gruppe großzügig subventioniert haben, denn zwei ganze Tage Dialogarbeit sind sehr viel wichtiger für eine Gruppe, die zusammenwächst, als zehn einzelne Treffen. Ohne Ihre Hilfe hätten wir das nicht bezahlen können.“

Jüdisch und arabisches Frauen-Seminar in Galiläa, JCJCR mit Zahava Neuberger-Keller

Aus deren Bericht von Zahava Neuberger-Keller:
Die Gruppe bestand aus 18 Teilnehmerinnen, viele von ihnen kamen aus national religiösen Familien oder aus arabisch-christlichen Familien. Das Thema war: Frauen als Vermittler. Die nächsten Treffen werden in Moreshet sein, einem jüdisch national-religiösen Dorf, in Koranit, einem säkular-jüdischen Dorf und in Kfar Yasif, einem größtenteils arabisch-christlichen Dorf.
Der Kurs beginnt mit einem zweitägigen Seminar in Nes Ammim, weil dieses Dorf von den Teilnehmerinnen als neutraler Boden wahrgenommen wird. Und die orthodoxen Frauen haben die Möglichkeit koscher zu essen. Die Gründungsidee der Pioniere von Nes Ammim war es, zu mehr Verständnis zwischen Judentum und Christentum beizutragen. Das ist der richtige Kontext für unsere Treffen.
Ich bin überzeugt, dass Nes Ammim der richtige Ort ist, um einen solchen Kurs zu beginnen. In der gegenwärtigen Atmosphäre von Mistrauen und Hass in unserem Land benötigen wir mehr Zeit um zusammen zu sein und diese Gefühle zu überwinden. Viele kleine Schritte müssen wir unternehmen, um das Ziel von Verständnis und Frieden zu erreichen.
In meinen Kursen in Nes Ammim versuchen wir unsere unterschiedlichen Positionen zu erklären und wir suchen nach Lösungen um Konflikte durch Vermittlung friedlich beizulegen. Die Teilnehmer dieser Kurse sollten lernen diese Erfahrungen in ihr eigenes Leben mitzunehmen. Der Kurs bietet auch Frauen mit verschiedenen Hintergründen die einmalige Gelegenheit miteinander zu reden und zu arbeiten. Ohne den Rahmen dieses Kurses würden diese Art Treffen niemals passieren.
Die Teilnahme an unseren Treffen ist nicht nur ein neues Erlebnis für die Frauen, es ermutigt sie auch weiterzumachen in einer Umgebung, die durch die politische Situation sehr negativ gegen solche Projekt eingestellt ist und gegen jeden, der für mehr Verständnis arbeitet.